„Ist der Wintergarten tot?“ – Meine Gedanken auf einer verschneiten Berghütte

Eigentlich bin ich gerade unterwegs und sitze hier oben auf einer Berghütte. Draußen schneit es, es herrscht richtiges Sauwetter – und genau in solchen Momenten gehen mir Dinge durch den Kopf, die mir echt auf der Seele brennen. Eine Frage beschäftigt mich aktuell immer öfter, auch wenn sie hart klingt: Ist der Wintergarten eigentlich tot?

Ich weiß, das ist eine Ansage. Aber wenn ich ehrlich bin, hat der Begriff „Wintergarten“ ein massives Imageproblem. Für viele Leute klingt das nach 90er-Jahre-Relikten: Plastikprofile, im Sommer viel zu heiß, im Winter eiskalt, ständig Kondenswasser an den Scheiben – und am Ende steht doch nur der Wäscheständer in der Ecke, weil man sich in dem Raum gar nicht gerne aufhält.

Ganz ehrlich? Dieses Bild habe ich auch im Kopf, wenn ich an früher denke. Aber ich kann euch sagen: Das, was wir heute machen, hat mit diesem alten Image überhaupt nichts mehr zu tun. Wir spielen heute auf einem ganz anderen Niveau.

Ein Erlebnis, das mich gestern bewegt hat

Gestern erst war ich im Bus unterwegs und habe zufällig vier ehemalige Kunden von uns getroffen. Alle vier haben seit Jahren einen Wintergarten von uns. Und was soll ich sagen? Alle vier haben gestrahlt, als sie mir erzählt haben, wie sehr sie ihren Glasraum heute noch lieben.

Das hat mir wieder gezeigt: Die Sehnsucht nach diesem Raum ist lebendiger denn je. Wir müssen nur aufhören, in den Kategorien von früher zu denken.

Die Warnung vor der „Kaltwintergarten-Falle“

Was mich momentan wirklich umtreibt, ist dieser Trend zu den sogenannten Kaltwintergärten. Die werden gerade überall angeboten. Aber ich sehe das kritisch. Oft ist das eine Mogelpackung, die am Ende für Enttäuschung sorgt, weil die Erwartungen der Kunden nicht erfüllt werden.

Aus meiner Erfahrung von über 30 Jahren im Handwerk sage ich: Wer wirklich Lebensqualität will, wer diesen „Zuhause-Urlaub“ 365 Tage im Jahr genießen möchte, der braucht eine ehrliche, thermisch getrennte Lösung. Ein Wintergarten muss ein technisches Gesamtkunstwerk sein, kein billiger Bausatz.

Ein Stück heile Welt in unsicheren Zeiten

Wenn ich jetzt hier aus dem Fenster der Berghütte in den Schnee schaue, wird mir eines klar: Gerade in der heutigen Zeit, wo politisch und wirtschaftlich so viel unsicher ist, suchen wir alle nach Sicherheit und Geborgenheit.

Der Wintergarten – oder wie auch immer wir ihn nennen wollen – ist für viele Kunden dieses Stück „heile Welt“. Es ist ein Rückzugsort, ein Stück Zuhause, das einem keiner nehmen kann. Wenn es draußen ungemütlich ist, sitzt man drinnen im Warmen, mitten im Grünen. Das ist ein ganz anderes Lebensgefühl.

Was ist eure Meinung dazu?

Ich frage mich wirklich: Ist der Begriff „Wintergarten“ einfach veraltet und verstaubt? Habt ihr vielleicht eine bessere Idee, wie wir diese modernen Erlebnisräume nennen sollten?

Schreibt es mir gerne in die Kommentare – mich interessiert eure Meinung dazu brennend, denn dieses Thema bewegt mich gerade sehr. Und wenn ihr selbst gerade einen Wintergarten plant: Seid rechtzeitig dran, so ein Projekt braucht Zeit und eine gute Planung.

Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

Herzlichst,

Euer Matthias Brack


Der Autor:

Matthias Brack ist „Wintergartenbauer aus Leidenschaft“ mit seinem Team, hat er bereits über 2500 Wintergärten, Terrassenüberdachungen und „Wohlfühlräume im Freien“ geschaffen. Mit seinem Handwerkernetzwerk La Casa Allgäu, kümmert er sich gemeinsam mit 7 anderen Firmen auch um alle anderen anfallenden Gewerke rund um das Thema „Outdoor-Living“.

„Ist der Wintergarten tot?“ Matthias Brack teilt seine persönlichen Gedanken direkt von der Berghütte. Erfahren Sie, warum moderne Glasarchitektur nichts mehr mit alten Plastik-Glaskästen zu tun hat und warum er vor der „Kaltwintergarten-Falle“ warnt.

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