Sonnenschutz im Wintergarten: Sonnenschutzglas oder Beschattungssystem?

Wenn ich mich mit dem Thema Wintergarten beschäftige, dann geht es natürlich sehr schnell auch um das Thema „Wintergartenbeschattung“. Und gerade bei Wintergärten mit etwas komplexeren Formen oder mit schwer zugänglichen Stellen, stellt sich die Frage: Entscheide ich mich für eine Beschattungsanalage oder will ich ein Sonnenschutzglas im Wintergarten?

Sonnenschutzglas oder Beschattung? Ich bringe „Licht ins Dunkel“! (Video)

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist am effektivsten? Für den Hitzeschutz im Wintergarten-Dach ist eine außenliegende Aufdachmarkise das effektivste System. Sie fängt die Sonnenenergie ab, bevor sie das Glas durchdringt.
  • Sonnenschutzglas als Alternative? Es filtert Infrarotstrahlung und ist wartungsfrei, reicht auf einer reinen Südseite im Hochsommer allein aber nicht aus. Zudem verhindert es im Winter solare Wärmegewinne.
  • Nachträgliche Beschattung: Mechanische Systeme wie Aufdachmarkisen, Unterdachplissees oder Senkrechtscreens lassen sich hervorragend nachrüsten. Ein nachträglicher Tausch der Verglasung ist meist unwirtschaftlich.
  • Kosten & Statik im Allgäu: Eine hochwertige Aufdachmarkise inklusive Montage liegt als Richtwert zwischen 4.500 und 9.500 Euro. Bei der Nachrüstung muss aufgrund der regionalen Schneelasten zwingend die Statik der Tragkonstruktion geprüft werden.

Welche Vorteile hat Sonnenschutzglas? Oder ist eine klassische Beschattung doch besser?

Zu Beginn möchte ich erst einmal grundsätzlich erklären, was Sonnenschutzglas ist und welchen Unterschied es zu einer klassischen Beschattung gibt.

Sonnenschutzglas

Sonnenschutzglas ist ein spezielles Glas, das zum einen möglichst viel Licht in den Raum rein lässt, aber auf der anderen Seite die Infrarotstrahlung aus dem Sonnenlicht, das auf die Glasflächen trifft, herausfiltert. Somit wird eine Überhitzung im Wintergarten verhindert.

Die früheren Sonnenschutzgläser hatten eine Beschichtung, ähnlich wie eine Sonnenbrille meistens eine bräunliche Beschichtung, diese hat dafür gesorgt, dass zwar keine Sonnenlicht-Energie reinkam aber auch wenig Licht.

Glaskuppel im Wintergarten

Moderne Sonnenschutzgläser lassen tatsächlich doch relativ viel Licht rein, ca. 50 Prozent. Ein Isolierglas, das ja auch beschichtet ist damit die Wärme nicht verloren geht, lässt so um die 60 Prozent Licht rein. Diese Gläser sind also sehr lichtstark und filtern aber trotzdem die Energiestrahlung gut heraus. Das sorgt manchmal für ein etwas komisches Gefühl: Man sitzt im Wintergarten unter Glas, es ist richtig hell und die Sonne scheint, aber man spürt auf der Hautoberfläche die Wärme der Sonne nicht. Dann heißt das in der Regel, dass man unter Sonnenschutzglas sitzt.

Klassische Beschattung

Auf der anderen Seite gibt es die klassische Wintergarten Beschattung von außen oder innen, Das sind Jalousien, Markisen, Plissee und ähnliches. Diese halten natürlich die Sonne schon ab, bevor sie in einen Raum reinkommt. Diese Beschattungssysteme, egal ob von außen oder innen, verhindern eine direkte Sonneneinstrahlung auf Möbel, Gegenstände und natürlich auch die Person.

Welche Beschattung ist für Wintergärten am effektivsten?

Der effektivste Hitzeschutz für das Wintergartendach ist immer eine außenliegende Beschattung (z. B. eine Aufdachmarkise). Sie fängt die Sonnenenergie ab, noch bevor die Strahlen das Glas durchdringen und den Innenraum wie in einem Treibhaus aufheizen können. Für einen optimalen Ganzjahreskomfort ist die Kombination aus einer robusten, außenliegenden Dachbeschattung, lüftungstechnischen Maßnahmen und einer flexiblen Innenbeschattung (als Blend- und Sichtschutz) unschlagbar. Sonnenschutzglas allein reicht an exponierten Stellen oft nicht aus.

Vorteile Sonnenschutzglas

Der größte Vorteil von Sonnenschutzglas ist, dass schwer zugängliche Stellen, wie Dachverglasungen oder Dreiecksverglasung, ganz einfach mit einem Sonnenschutz versehen werden können. Denn es kommt hier nur eine spezielle Beschichtung auf die Scheibe, die vor der Sonneneinstrahlung schützt. Ein weiterer Vorteil vom Sonnenschutzglas ist natürlich, dass es optisch wie Glas wirkt und weniger auffällt. Ich habe keine hässlichen Beschattungsanlagen oder irgendwelche Kästen auf dem Wintergartendach.

Zudem sind Sonnenschutzgläser im Verhältnis zu einer Beschattung deutlich günstiger. Ich habe nur den Mehraufwand der Beschichtung. Diesen Sonnenschutz kann ich im Wintergarten installieren ohne bohren zu müssen, ich brauche keine teuren Beschattungsanlagen, keine Stromzuführung und solche Dinge. Zudem habe ich keinen zusätzlichen Reinigungs- und Wartungsaufwand bei einer Sonnenschutzverglasung.

Nachteile der Sonnenschutzverglasung

Man muss ganz klar sagen: Wenn ich zum Beispiel auf der Südseite des Wintergartens ein Sonnenschutzglas einsetze, dann reicht dieser Sonnenschutz allein nicht aus. Das Sonnenschutzglas lässt zwar relativ wenig Energie rein, stößt aber an heißen Hochsommertagen an seine physikalischen Grenzen. Die Folge: Man sitzt im Wintergarten trotzdem in der prallen Sonne und der Raum überhitzt. Aus unserer jahrzehntelangen Praxis im Allgäu wissen wir: Auf der reinen Südseite funktioniert ein Wintergarten ohne zusätzliche, mechanische Beschattung nicht komplett.
Ein weiterer Nachteil des Sonnenschutzglases ist, dass eben auch ein gewisser Anteil an Helligkeit fehlt. Der ist zwar nur minimal, aber er fehlt mir. Der noch größere Nachteil dabei ist, dass ich gerade im Winter, wenn ich die Sonnenlicht-Energie im Raum haben will, eine Zurückhaltung der Wärmeenergie habe.

schaltbares Sonnenschutzglas im Wintergarten mit blauem Schimmer
schaltbares Sonnenschutzglas mit blauem Schimmer

Auch der Effekt eines Sichtschutzes entfällt beim Sonnenschutzglas. Es gibt auch Sonderlösungen von Sonnenschutzgläsern, sogenannte schaltbare Gläser. Da wird an die Beschichtung eine Spannung angelegt und ich kann den Energiedurchlass steuern. Das ist natürlich schon so eine spannende alternative Lösung, gerade bei Beschattungsflächen die irgendwelche Sonderformen haben oder ganz schwer mit einer konventionellen Beschattung auszustatten sind. Aber man muss natürlich auch sagen, dass diese Gläser bläulich schimmern. Das muss man mögen und die Anschaffungskosten liegen auch deutlich über den Kosten für eine Beschattung, wenn man es mit einer konventionellen Beschattung vergleicht.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Wintergarten nachträglich zu beschatten?

Wer beim Bau des Wintergartens auf eine Beschattung verzichtet hat, steht oft nachträglich vor der Frage, wie sich der Hitzeschutz optimieren lässt. Während ein nachträglicher Wechsel auf Sonnenschutzglas meist extrem aufwendig und teuer ist (da die kompletten Scheiben getauscht werden müssten), bieten mechanische Systeme hervorragende Nachrüstmöglichkeiten:

  • Außenliegende Aufdachmarkisen: Sie werden über Schienensysteme nachträglich auf die Dachprofile montiert. Sie bieten den besten Hitzeschutz für das Dach, benötigen jedoch eine Stromzufuhr für den Motor (optional via Solarantrieb).
  • Innenliegende Unterdachmarkisen oder Plissees: Diese lassen sich wetterunabhängig und montagefreundlich unter den Sparren anbringen. Sie dienen primär als Blend- und Sichtschutz, reduzieren die Hitze aber spürbarer als reines Glas.
  • Nachträgliche Senkrechtbeschattungen: Außen-Raffstores oder Textilscreens schützen die vertikalen Glasflächen vor der tiefstehenden Sonne im Frühjahr und Herbst.

Einfluss auf die Baugenehmigung und Statik im Allgäu

Bei der nachträglichen Montage von außenliegenden Beschattungssystemen, insbesondere großen Aufdachmarkisen, darf die Statik der bestehenden Konstruktion nicht vernachlässigt werden. Im Allgäu müssen Wintergärten ohnehin für sehr hohe Schneelasten ausgelegt sein. Eine schwere Markisenanlage inklusive der Windlasten im ausgefahrenen Zustand bedeutet eine zusätzliche statische Beanspruchung der Profile.

  • Genehmigung: Eine reine Beschattungsnachrüstung ist in der Regel nicht genehmigungspflichtig. Sollte sich dadurch jedoch das optische Gesamtbild (z. B. in historischen Ortskernen oder bei strengen Bebauungsplänen im Allgäu) drastisch verändern, empfiehlt sich ein kurzer Abgleich mit der Gemeinde.
  • Der Brack-Vorteil: Da wir als Meisterbetrieb über die eigene Bauvorlageberechtigung im Haus verfügen, prüfen unsere Techniker bei jeder Nachrüstung vorab die Statik der bestehenden Holz-Aluminium-Konstruktion, damit alles absolut sicher und sturmfest hält.

Kosten-Nutzen-Verhältnis beim nachträglichen Einbau

Der nachträgliche Einbau ist durch den individuellen Anpassungsaufwand und die nachträgliche Kabelverlegung meist etwas kostenintensiver als die Direktmontage beim Neubau.

  • Die Investition: Eine hochwertige, windstabile Aufdachmarkise inklusive Motorsteuerung und fachgerechter Montage durch unsere fest angestellten Brack-Montageteams liegt als grober Richtwert je nach Größe und Ausstattung meist zwischen 4.500 und 9.500 Euro.
  • Der Nutzen: Dem gegenüber steht ein enormer Wohnwertgewinn. Die Raumtemperatur lässt sich an heißen Tagen um mehrere Grad senken, was den Wintergarten überhaupt erst im Sommer nutzbar macht. Zudem schützt die Beschattung hochwertige Möbel vor dem Ausbleichen und sorgt für eine erhebliche Wertsteigerung der gesamten Immobilie.

Fazit

Sonnenschutzglas ist eher die Lösung, wenn es keine andere vernünftige Möglichkeit gibt Wintergartenflächen zu beschatten, weil sie zum Beispiel schwer zugänglich sind. Auch Teillösungen sind mit Sonnenschutzgläsern gut vorstellbar. Zum Beispiel: Ein paar schräge Dreiecksscheiben werden mit Sonnenschutzglas ausgestattet und die großen Flächen mit einer konventionellen Beschattungsanlage. Als alleinige Beschattungsanlage im Wintergarten, gerade im Dachbereich und auf einer Südseite, kann ich das Sonnenschutzglas nicht empfehlen. Insbesondere fehlt mir der Energieeintrag im Winter, wo ich ja froh bin, wenn ich mit meinem Wintergarten eben auch Energie für das dahinter liegende Haus gewinnen kann.

Sie planen einen neuen Wintergarten oder möchten Ihr bestehendes Glasdach im Allgäu effektiv vor Hitze schützen? Bei Brack Wintergarten erhalten Sie von der statischen Prüfung über die präzise Planung bis hin zur sauberen Montage durch unsere eigenen Fachhandwerker alles schlüsselfertig aus einer Hand.
Wenn Sie noch Fragen haben oder Unterstützung suchen, so schreiben Sie uns gern eine Nachricht oder besuchen Sie uns in der Wintergartenausstellung im LaCasa Allgäu.


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Der Autor:

Matthias Brack ist „Wintergartenbauer aus Leidenschaft“ mit seinem Team, hat er bereits über 2500 Wintergärten, Terrassenüberdachungen und „Wohlfühlräume im Freien“ geschaffen.

Mit seinem Handwerkernetzwerk La Casa Allgäu, kümmert er sich gemeinsam mit 7 anderen Firmen auch um alle anderen anfallenden Gewerke rund um das Thema „Outdoor-Living“.

Die Entscheidung zwischen Sonnenschutzglas und einem mechanischen Beschattungssystem bestimmt maßgeblich das Wohlfühlklima im Wintergarten.

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